Emanuel Hübner

Geboren im Jahre 1978 in Bielefeld, aufgewachsen in Werther / Westf.


Magisterstudium (M.A.) der Klassischen Archäologie, der Alten Geschichte und der Ur- und Frühgeschichte an den Universitäten Münster, Marburg und Bielefeld. Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte, Geographie und Archäologie. Postgraduiertes Masterstudium (M.Sc.) der Denkmalpflege an der TU Berlin.


Seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster.

Lehraufträge am Historischen Institut der TU Dortmund und der Medienakademie Hamburg.

 

Emanuel Hübner ist Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Blotenberg.

 

Bürgerinitiative Blotenberg e.V. 

 


 

 

Zusammenfassung des Exposés zum Denkmalwert des Hofes Overbeck in Werther / Westf., Kreis Gütersloh

 

Eine Familie Overbeck ist in Werther urkundlich belegt seit dem Jahre 1385. Eine Verbindung zur Parzelle Teutoburger-Wald-Weg 1 ist dabei nicht gesichert. Sie befindet aber seit mindestens 1556 (Urbar der Grafschaft Ravensberg) bis zur Gegenwart in Besitz einer Familie Overbeck. In einer Aufstellung des Steueraufkommens aller 76 Siedlerstellen in Werther aus dem Jahre 1677 wird der Hof Overbeck als drittgrößter aufgeführt. Über das Aussehen des Hofes in Mittelalter und früher Neuzeit ist nichts bekannt. Das älteste zur Zeit bekannte erhaltene Relikt ist eine Bauinschrift von 1809. Sie befindet sich heutzutage zweitverwendet in einem Torgestell der nach dem Ersten Weltkrieg errichteten Remise.

 

Das heute noch bestehende Hauptgebäude (ca. 17 x 35 m) wird unter dem Besitzerehepaar Anne Marie Overbeck (34) und dem in die Familie eingeheirateten Johann Friedrich Greve genannt Overbeck (38) im Jahre 1856 errichtet. In der über dem Deelentor angebrachten Bauinschrift heißt es:

 

J. F. Overbeck; gd. Greve

und

A. M. Overbeck, Eheleute

Haben dieses Haus durch

Gottes Hülfe bauen und aufrichten

lassen, den 19ten Juli 1856.

 

Das Hauptgebäude ist ein sog. teilmassives Bauernhaus: Die Außenmauern bestehen aus Bruchsteinmauerwerk. Die Innenkonstruktion wird durch eine Fachwerkkonstruktion gebildet. In seiner Binnengliederung nimmt das Gebäude Bezug auf das ortstypische niederdeutsche Hallenhaus. Das Aussehen der das Hauptgebäude im 19. Jahrhundert umgebenen Wirtschaftsbauten ist unbekannt. Die heutigen Nebengebäude entstehen erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Stall (1910), Remise (1919), Scheune (1925), Hühnerstall (1935).

 

   Der Hof Overbeck gehört in die frühe Phase der Steinbauweise in Werther, die hier erst in den 1820er Jahren einsetzt. (Eine Ausnahme bildet die mittelalterliche Jakobikirche, deren Turm teilweise schon im 12. Jahrhundert entstand.) Gleichzeitig stellt das Hauptgebäude eines der größten Beispiele für diesen Bauernhaustypus dar, die jemals in Werther errichtet worden sind. Die heutige Bausubstanz des Hauptgebäudes stammt fast vollständig aus der Erbauungszeit, da nie umfangreiche Veränderungen und Modernisierungen vorgenommen worden sind. Es stellt somit ein herausragendes Beispiel für das ländliche Bauen in Ravensberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts dar, wie es sich heutzutage nur noch sehr selten finden läßt. Mit seiner markanten Ortslage besitzt der Hof Overbeck zudem eine stadtbildprägende Funktion als Symbol für die stark landwirtschaftlich geprägte Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Werther.

 

Emanuel Hübner M.A., M.Sc.

                                                                                                                                               (Denkmalpfleger)


 


 

 

 

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